Weiterleitungsketten vermeiden: ein Sprung statt drei
Stand: 3. Oktober 2026 · CAZ Labs
Kurz gesagt
Eine Weiterleitungskette entsteht, wenn eine Adresse auf eine zweite umleitet, die selbst wieder weiterleitet, typisch von `http://` über `https://` auf `https://www.`. Besser ist ein einziger 301-Sprung direkt auf die endgültige Adresse. checkfrei wertet zwei Sprünge als Warnung und ab drei als Fehler.
Warum das wichtig ist
Jede Weiterleitung ist eine eigene Anfrage. Der Browser fragt, der Server antwortet "woanders", der Browser fragt erneut, bei einer anderen Domain sogar mit neuem Verbindungsaufbau. Im Büro mit Glasfaser merkst du davon wenig. Im Funkloch auf dem Land schon, und dort wartet dein Besucher bei drei Sprüngen dreimal.
Zur Linkkraft kursiert viel Halbwissen. Google sagt selbst, dass eine 301-Weiterleitung die Signale der alten Adresse weitergibt. Ketten bleiben trotzdem riskant: Googlebot folgt höchstens zehn Sprüngen, manche Tools geben früher auf, und jedes Glied ist eine Stelle, an der beim nächsten Umbau etwas schiefgeht. Aus einer Kette wird dann schnell eine Schleife.
Meist entstehen Ketten aus Einzelregeln, die verschiedene Leute zu verschiedenen Zeiten angelegt haben. Der Hoster leitet auf https um, ein Plugin danach auf www, das CMS hängt noch einen Schrägstrich an. Jede Regel ist für sich richtig, zusammen sind es drei Sprünge.
So prüfst du es selbst
Teste alle vier Varianten deiner Domain: mit und ohne www, jeweils mit http und https. Jede sollte mit höchstens einem Sprung auf derselben Zieladresse landen. Im Terminal zeigt curl jeden Zwischenschritt:
curl -sIL http://example.com
HTTP/1.1 301 Moved Permanently
Location: https://example.com/
HTTP/2 301
location: https://www.example.com/
HTTP/2 200Ohne Terminal und im Check
Im Beispiel oben sind es zwei Sprünge, also eine Warnung. Ohne Terminal geht es im Browser: Entwicklertools mit F12 öffnen, Reiter "Netzwerk", Haken bei "Log beibehalten" setzen und die http-Adresse aufrufen. Jede Zeile mit Status 301, 302, 307 oder 308 ist ein Sprung. Eine "307 Internal Redirect" erzeugt der Browser selbst wegen HSTS, die zählt nicht.
checkfrei zählt im kostenlosen Check die Weiterleitungen von der geprüften Adresse bis zum Ziel. Eine ist in Ordnung, zwei geben eine Warnung, ab drei ist es ein Fehler.
So behebst du es
Entscheide dich für eine endgültige Form, zum Beispiel https://www.example.com/, und leite alle anderen Varianten direkt dorthin. Für dauerhafte Umleitungen nimmst du 301 (oder 308). 302 und 307 sind für vorübergehende Umleitungen gedacht.
Apache (.htaccess)
Eine Regel erledigt beide Fälle, http und fehlendes www. Sie gehört ganz nach oben in die .htaccess, vor die Regeln von WordPress oder anderen Systemen. Hinter manchen Proxys und CDNs erkennt %{HTTPS} die Verbindung nicht richtig. Dann hilft der Support deines Hosters.
RewriteEngine On
RewriteCond %{HTTPS} off [OR]
RewriteCond %{HTTP_HOST} !^www\.example\.com$ [NC]
RewriteRule ^ https://www.example.com%{REQUEST_URI} [R=301,L]nginx
Zwei kleine Server-Blöcke leiten alles, was nicht die Zieladresse ist, in einem Schritt um.
server {
listen 80;
server_name example.com www.example.com;
return 301 https://www.example.com$request_uri;
}
server {
listen 443 ssl;
server_name example.com;
# ssl_certificate und ssl_certificate_key wie im Hauptblock
return 301 https://www.example.com$request_uri;
}WordPress
Unter Einstellungen > Allgemein müssen "WordPress-Adresse (URL)" und "Website-Adresse (URL)" genau der Zieladresse entsprechen, mit https und mit oder ohne www. Weicht das ab, leitet WordPress selbst noch einmal um. Prüf außerdem, ob ein SSL-Plugin und der Hoster beide auf https umleiten. Eine Weiterleitung auf dem Server genügt, die im Plugin kann dann aus.
Shopify
In den Domain-Einstellungen legst du die primäre Domain fest, alle anderen verbundenen Domains leitet Shopify automatisch dorthin. Ketten entstehen hier eher durch alte URL-Weiterleitungen, die auf Adressen zeigen, die selbst schon umgeleitet werden.
Next.js
Auf Vercel bestimmst du in den Domain-Einstellungen, welche Variante die Hauptdomain ist, die andere leitet dann direkt um. Achte zusätzlich auf trailingSlash: Verlinkst du intern ohne Schrägstrich und die Einstellung verlangt einen, kostet jeder interne Klick einen Extra-Sprung.
Was oft übersehen wird
Interne Links, die XML-Sitemap und das Canonical-Tag sollten direkt auf die Zieladresse zeigen. Jeder interne Link auf eine alte Variante schickt Besucher und Crawler unnötig durch eine Weiterleitung. Die Umleitung von http auf https selbst prüft checkfrei separat unter Weiterleitung auf HTTPS.
So prüft checkfrei
Wir zählen die Weiterleitungen bis zur Zieladresse. Eine ist in Ordnung, zwei geben eine Warnung, ab drei ist es ein Fehler.
Gewicht 1 von 3 im Bereich SEO.
Häufige Fragen
Wie viele Weiterleitungen sind zu viele?
Eine ist normal, zum Beispiel von http auf https. Ab zwei solltest du die Regeln zusammenfassen. Google folgt bis zu zehn Sprüngen, das ist aber eine technische Obergrenze und kein Richtwert.
301 oder 302: Welche Weiterleitung ist richtig?
Für dauerhafte Umzüge 301 oder 308. Eine 302 steht für eine vorübergehende Umleitung, Google behält dann eher die alte Adresse im Index. Bleibt eine 302 lange bestehen, behandelt Google sie irgendwann wie eine 301, verlassen solltest du dich darauf nicht.
Verliere ich durch Weiterleitungen Rankings?
Eine einzelne 301 gibt laut Google die Signale vollständig weiter. Probleme machen eher Ketten, Schleifen und Weiterleitungen auf unpassende Ziele, etwa alles auf die Startseite.
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