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Google Fonts lokal einbinden: so geht es DSGVO-konform

Stand: 3. Oktober 2026 · CAZ Labs

Kurz gesagt

Lädt deine Website Schriften direkt von fonts.googleapis.com, geht beim Aufruf die IP-Adresse jedes Besuchers an Google. Das LG München I hat das 2022 als Datenschutzverstoß gewertet und 100 Euro Schadensersatz zugesprochen. Die Lösung ist einfach: Schriftdateien herunterladen und vom eigenen Server ausliefern.

Warum das wichtig ist

Bei der üblichen Einbindung per <link> auf fonts.googleapis.com holt der Browser jedes Besuchers die Schrift direkt bei Google ab. Dabei erfährt Google die IP-Adresse, und niemand hat den Besucher vorher gefragt.

Das Landgericht München I hat am 20. Januar 2022 entschieden (Az. 3 O 17493/20), dass diese dynamische Einbindung gegen die DSGVO verstößt. Der Kläger bekam 100 Euro Schadensersatz, der Betreiber musste die Weitergabe unterlassen. Entscheidend war für das Gericht, dass es für die Weitergabe keinen Grund gab: Die Schriften lassen sich genauso gut vom eigenen Server laden.

Danach rollte eine Abmahnwelle. Viele Betreiber bekamen Schreiben mit Zahlungsforderungen, gegen die Verantwortlichen einer solchen Welle wurde später sogar strafrechtlich ermittelt. Das macht die externe Einbindung nicht rechtmäßig. Es zeigt nur, wie leicht sie sich von außen finden lässt.

Seit Juli 2023 ist Google unter dem EU-US Data Privacy Framework zertifiziert. Das entschärft die Frage der Übermittlung in die USA, ändert aber nichts am Kern des Urteils. Ein angenehmer Nebeneffekt der Umstellung: Die Seite braucht keine zusätzliche Verbindung zu Google-Servern und lädt oft schneller.

Zur Einordnung: Das ist eine allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Das Münchner Urteil ist die Entscheidung eines Landgerichts im Einzelfall. Wenn du bereits ein Schreiben bekommen hast, lass es von einem Anwalt prüfen, bevor du zahlst oder etwas unterschreibst.

So prüfst du es selbst

Mit dem kostenlosen Check von checkfrei suchst du automatisch nach Verweisen auf fonts.googleapis.com und fonts.gstatic.com. Ein Treffer ist ein Fehler. Weil checkfrei nur den ersten Aufruf der geprüften Seite ohne Klick auswertet, zeigt ein Test im Browser mehr, etwa Schriften, die ein Skript erst später oder nur auf Unterseiten nachlädt. So gehst du vor:

  1. Rechtsklick auf die Seite, Seitenquelltext anzeigen, dann mit Strg+F nach fonts.googleapis und fonts.gstatic suchen.
  2. Gründlicher: Entwicklertools öffnen (F12), Reiter Netzwerk, Seite neu laden und nach fonts.g filtern. Hier siehst du auch Schriften, die erst über eine CSS-Datei nachgeladen werden.
  3. Wiederhol das auf einigen Unterseiten, vor allem auf solchen mit Slider, Formular oder Karte.

So behebst du es

Die Verweise kommen meist aus dem Theme, aus Page Buildern wie Elementor oder Divi, aus Plugins oder aus einem @import in einer CSS-Datei. Die Lösung ist immer dieselbe: Schriftdateien herunterladen, auf den eigenen Server legen und per @font-face einbinden.

Am bequemsten geht das mit dem google-webfonts-helper, der dir die Dateien im WOFF2-Format und das passende CSS zusammenstellt. Lizenzrechtlich ist das kein Problem, Google Fonts stehen unter offenen Lizenzen wie der SIL Open Font License.

WordPress

Am schnellsten geht es mit Plugins wie OMGF oder Local Google Fonts, die die Schriften automatisch herunterladen und lokal ausliefern. Prüf danach im Netzwerk-Reiter, ob wirklich nichts mehr von Google kommt. Page Builder wie Elementor oder Divi laden ihre Schriften teils separat und haben dafür eigene Einstellungen.

Bei Block-Themes kannst du Google Fonts seit WordPress 6.5 über die Schriftbibliothek im Website-Editor installieren. Die Dateien landen dann auf deinem Server.

HTML

Leg die WOFF2-Dateien in einen Ordner auf deinem Server und binde sie per CSS ein. Danach den alten <link> auf fonts.googleapis.com und eventuelle preconnect-Hinweise auf fonts.gstatic.com aus dem <head> löschen.

css
/* Datei liegt auf deinem Server unter /fonts/ */
@font-face {
  font-family: "Inter";
  font-style: normal;
  font-weight: 400;
  font-display: swap;
  src: url("/fonts/inter-latin-400.woff2") format("woff2");
}

body {
  font-family: "Inter", system-ui, sans-serif;
}

Next.js

Nutz next/font/google. Next.js lädt die Schriften beim Build herunter und liefert sie von deiner eigenen Domain aus, der Browser fragt Google gar nicht erst an.

tsx
import { Inter } from "next/font/google";

const inter = Inter({ subsets: ["latin"], display: "swap" });

export default function RootLayout({ children }: { children: React.ReactNode }) {
  return (
    <html lang="de" className={inter.className}>
      <body>{children}</body>
    </html>
  );
}

Shopify

Die Schriften aus der Schriftauswahl im Theme-Editor kommen von Shopifys eigenem CDN. Findet checkfrei trotzdem Google Fonts, stecken sie meist in angepasstem Theme-Code oder in einer App. Such im Code-Editor des Themes nach fonts.googleapis.

Typische Fehler

  • Das Haupt-Stylesheet ist umgestellt, aber ein Plugin lädt weiter eine zweite Schrift von Google.
  • Der preconnect auf fonts.gstatic.com ist stehen geblieben. Er baut die Verbindung zu Google trotzdem auf.
  • Wechsel zu einem anderen externen Schriftendienst. Bunny Fonts ist datenschutzfreundlicher als Google, die IP-Adresse geht aber trotzdem an einen Dritten. Selbst hosten ist die sauberste Lösung.
  • Eingebettete Google-Karten oder YouTube-Videos laden ebenfalls Schriften von Google. Das ist dann ein Fall für eingebettete Fremddienste.

So prüft checkfrei

Wir suchen Verweise auf fonts.googleapis.com und fonts.gstatic.com. Gefunden ist es ein Fehler.

Gewicht 2 von 3 im Bereich Datenschutz & Recht.

Häufige Fragen

Sind Google Fonts grundsätzlich verboten?

Nein. Die Schriften selbst darfst du nutzen. Das Problem ist nur das Nachladen von Google-Servern. Lokal eingebunden ist alles in Ordnung.

Ich habe ein Schreiben wegen Google Fonts bekommen. Was jetzt?

Erst die Schriften lokal einbinden, damit der Verstoß abgestellt ist. Das Schreiben selbst lässt du von einem Anwalt prüfen, bevor du zahlst oder etwas unterschreibst. Bei vielen Massenschreiben aus der Welle 2022 war schon die Forderung rechtlich fragwürdig.

Reicht es, Google Fonts erst nach Einwilligung zu laden?

Theoretisch ja. Praktisch ergibt das wenig Sinn, weil die Seite bis zur Zustimmung in einer Ersatzschrift erscheint. Lokal hosten ist einfacher und löst das Problem ganz.

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