Gzip und Brotli aktivieren: Komprimierung für deine Website
Stand: 3. Oktober 2026 · CAZ Labs
Kurz gesagt
Mit gzip oder Brotli schickt der Server HTML, CSS und JavaScript gepackt, oft auf ein Viertel der Größe. Ob es aktiv ist, verrät der Header `Content-Encoding`. Fehlt er, reicht meist ein Schalter beim Hoster oder ein paar Zeilen in der .htaccess oder der nginx-Konfiguration.
Warum das wichtig ist
Text lässt sich hervorragend packen. HTML, CSS und JavaScript bestehen aus immer gleichen Wörtern und Tags, und genau solche Wiederholungen fassen gzip und Brotli zusammen. Ein HTML-Dokument mit 120 KB kommt gepackt oft mit 25 bis 30 KB beim Besucher an.
Der Browser entpackt die Dateien in Sekundenbruchteilen. Das spürt vor allem, wer mobil mit schwachem Netz unterwegs ist. Weil es nur eine Einstellung ist und nichts kostet, werten wir fehlende Komprimierung als Fehler.
Brotli ist der jüngere Standard und packt Text meist noch ein Stück kleiner als gzip. Alle aktuellen Browser können beides, Brotli fordern sie allerdings nur über HTTPS an. Bietet dein Server Brotli an, nutz es und lass gzip als Rückfall an.
So prüfst du es selbst
Bei jedem kostenlosen Check liest checkfrei den Header Content-Encoding der Antwort. Steht dort gzip oder br (Brotli), ist alles gut. Fehlt die Komprimierung, ist es ein Fehler.
Im Browser: F12, Tab Netzwerk, Seite neu laden, auf die erste Zeile klicken und unter den Antwort-Headern (Response Headers) nach content-encoding suchen. Mit curl musst du ausdrücklich nach Komprimierung fragen, sonst schickt der Server ungepackt. Unter Windows ersetzt du /dev/null durch NUL und grep -i durch findstr /i.
Schau dir auch eine CSS- und eine JavaScript-Datei an. Manche Server packen nur HTML.
curl -s -o /dev/null -D - -H "Accept-Encoding: br, gzip" https://deine-domain.de | grep -i content-encodingSo behebst du es
Bei vielen Hostern ist die Komprimierung längst an. Wenn nicht, such im Kundenmenü nach einem Schalter (oft unter Performance oder Server-Einstellungen) oder frag den Support. Nutzt du Cloudflare, komprimiert Cloudflare die Antworten an deine Besucher ohnehin. Bei Shopify, Wix und Jimdo kümmert sich die Plattform darum.
Apache (.htaccess)
Die meisten Shared-Hostings laufen auf Apache mit dem Modul mod_deflate. Diese Zeilen gehören in die .htaccess im Hauptverzeichnis deiner Seite. Die IfModule-Blöcke sorgen dafür, dass nichts kaputtgeht, wenn ein Modul fehlt.
Brotli gibt es für Apache über das Modul mod_brotli. Ob es auf deinem Server verfügbar ist, weiß dein Hoster. Für ein grünes Ergebnis reicht gzip allein.
<IfModule mod_deflate.c>
<IfModule mod_filter.c>
AddOutputFilterByType DEFLATE text/html text/plain text/css text/xml
AddOutputFilterByType DEFLATE text/javascript application/javascript application/json
AddOutputFilterByType DEFLATE application/xml application/rss+xml image/svg+xml
</IfModule>
</IfModule>nginx
Die Zeilen gehören in den http-Block der nginx.conf oder in den server-Block deiner Seite. text/html musst du nicht aufführen, das packt nginx bei gzip on immer mit.
Die Brotli-Zeilen funktionieren nur, wenn das Modul ngx_brotli installiert und geladen ist. Sonst startet nginx nicht. Prüf jede Änderung mit nginx -t und lade erst dann neu.
gzip on;
gzip_vary on;
gzip_comp_level 5;
gzip_min_length 256;
gzip_proxied any;
gzip_types text/plain text/css text/xml text/javascript application/javascript application/json application/xml image/svg+xml;
# nur mit installiertem Modul ngx_brotli
brotli on;
brotli_comp_level 5;
brotli_types text/plain text/css text/xml text/javascript application/javascript application/json application/xml image/svg+xml;WordPress
WordPress selbst komprimiert nichts, das ist Sache des Servers. Caching-Plugins wie WP Rocket oder W3 Total Cache können die passenden Regeln aber für dich in die .htaccess schreiben, wenn dein Server Apache ist. Bei nginx-Hostings bringt das nichts, dort muss der Hoster ran.
Next.js
Mit next start komprimiert Next.js die Antworten selbst mit gzip, die Option compress ist standardmäßig an. Auf Vercel übernimmt das die Plattform. Steht vor deiner App ein nginx, kannst du dort komprimieren und in der next.config compress: false setzen, damit nicht zweimal gearbeitet wird.
Typische Fehler
- Bilder mitkomprimieren. JPG, PNG, WebP und Videos sind schon gepackt. Ein zweites Mal bringt nichts außer Serverlast, sie gehören nicht in die Liste der Dateitypen.
- Die höchste Stufe wählen. Stufe 9 bei gzip oder 11 bei Brotli kostet bei jeder Anfrage spürbar Rechenzeit und spart kaum noch etwas. Für Seiten, die bei jedem Aufruf neu entstehen, sind mittlere Stufen um 5 der bessere Kompromiss.
- `Vary: Accept-Encoding` vergessen. Ohne diesen Header kann ein Zwischenspeicher die gepackte Fassung an einen Client geben, der sie nicht versteht. In nginx erledigt das
gzip_vary on, mod_deflate setzt ihn selbst.
So prüft checkfrei
Wir prüfen den Header Content-Encoding. gzip oder br ist gut, ohne Komprimierung ist es ein Fehler.
Gewicht 2 von 3 im Bereich Ladezeit.
Häufige Fragen
Was ist besser, gzip oder Brotli?
Brotli packt Text meist etwas kleiner und wird von allen aktuellen Browsern unterstützt, allerdings nur über HTTPS. Am besten lässt du beides an: Wer Brotli kann, bekommt Brotli, alle anderen gzip. Für checkfrei zählen beide als gut.
Ist gzip bei meinem Hoster schon aktiv?
Bei den meisten Hostern ist es Standard. Sicher weißt du es erst, wenn du den Header Content-Encoding prüfst, im Browser oder mit einem kostenlosen Check.
Kann die Komprimierung meine Seite kaputtmachen?
Praktisch nicht, der Browser fordert nur an, was er versteht. Ärger machen höchstens Tippfehler in der .htaccess: Dann zeigt die Seite einen Fehler 500.
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